Nachträgliche Horizontalsperren im Check
| Merkmal |
Injektionsverfahren |
Mauersägeverfahren |
Chromstahlbleche |
| Kosten (pro lfm) |
ca. 80 € – 300 € |
ca. 350 € – 500 € |
ca. 250 € – 400 € |
| DIY-Eignung |
Sehr hoch (Heimwerker-Tipp) |
Nein (Spezialmaschinen) |
Nein (Fachfirma nötig) |
| Eingriff-Stärke |
Gering (nur Bohrungen) |
Maximal (Wandschnitt) |
Mittel (in die Fuge) |
| Haltbarkeit |
ca. 20 – 30 Jahre |
Dauerhaft (lebenslang) |
Dauerhaft (rostfrei) |
| Besonderheit |
Einfachste nachträgliche Lösung |
Sicherste physikalische Sperre |
Kein Mörtelbett nötig |
Arten von Horizontalsperren
Mauersägeverfahren: Beim Mauersägeverfahren wird mit einer Mauersäge ein sauberer, ebener Schnitt in die Kellerwand gefräst. In diesen Sägeschnitt kann dann die eine Art Dichtungselement (z.B. rostfreies Blech) eingebracht werden. Der gerade Schnitt ermöglicht eine sichere Abdichtung. Nachteilig bei diesem Verfahren ist die hohe Staubentwicklung und die Notwendigkeit von speziellen Gerätschaften. Es eignet sich außerdem nur für massive Wände, da der Sägeschnitt ansonsten die Statik beeinträchtigen könnte.
Mauertauschverfahren: Beim Mauertauschverfahren werden Teile des betroffenen Mauerwerks entfernt und durch ein wasserdichtes Material ersetzt. Dies kann zum Beispiel ein Stahlbetonring sein. Diese Methode sorgt für eine sehr sichere und dauerhafte Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Allerdings ist das Mauertauschverfahren sehr aufwendig und teuer.
Chromstahlblechverfahren: Beim Chromstahlblechverfahren werden wellenförmige Chromnickelstahlbleche als Horizontalsperre in die Lagerfugen des Mauerwerks eingerammt. Mit Pressluftwerkzeugen treiben die Handwerker die 1-2 mm dicken Bleche in die Fuge, sodass sie sich überlappen. Vorteile dieses Verfahrens sind die einfache Durchführbarkeit ohne Öffnung der Wand sowie die vergleichsweise geringen Kosten. Nachteile können Rissbildungen im Mauerwerk durch die Rammarbeiten sein. Nicht alle Wände eignen sich für dieses Verfahren.
Bohrkernverfahren: Hier werden in Abständen von 6 bis 8 cm Löcher mit 8 bis 10 cm Durchmesser in die Kellerwand gebohrt. Diese überlappen sich leicht. Anschließend werden die Löcher mit dichtem Mörtel verfüllt. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sich so eine stabile Sperre in nahezu jeder Kellerwand herstellen lässt. Nachteil sind der hohe Zeitaufwand und die Kosten. Aus diesem Grund findet das Bohrkernverfahren heute kaum noch Anwendung.
Elektroosmose: Bei der Elektroosmose werden in die Kellerwand Lanzen als Elektroden eingebracht, zwischen denen eine Spannung angelegt wird. Hierdurch wandert Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk und trocknet es aus. Vorteilhaft ist das umweltfreundliche Prinzio ohne Chemikalien und das gebäudeschonende Vorgehen. Nachteilig sind die hohen Kosten für das Equipment und der dauerhafte Stromverbrauch.
Injektionsverfahren: Diese chemische Horizontalsperre ist beliebt für die eigenständige Nachrüstung. Dabei werden flüssige Dichtungsmittel unter Druck in vorhandene Hohlräume und Risse in der betroffenen Wand injiziert. Nach dem Aushärten wird so der kapillarer Wassertransport unterbrochen. Vorteilhaft ist der vergleichsweise geringe Material- und Kostenaufwand. Durchaus als Nachteil anzusehen ist die schwere Überprüfbarkeit des Erfolgs und die mit ca. 20 Jahren etwas geringere Haltbarkeit als andere mechanische Horizontalsperren.